CANTONATE Violine #125F CA Einzelstück D66, CG-125F-CA-4_4-D66
CG-125F-CA-4_4-D66
Götz Geigengalerie // Einzelstück D66
Sie kaufen genau die abgebildete Geige. Alle Fotos zeigen dieses Instrument mit der Seriennummer D66, gefertigt in der Bauvariante HERITAGE. Nur dieses eine Exemplar ist verfügbar. Ist es verkauft, ist es weg.
Violine der Linie CANTONATE von Conrad Götz, Qualitätsstufe 125F CA, in der Bauvariante HERITAGE, Größe 4/4. CANTONATE ist die Premiumlinie des Hauses mit Buchsbaum-Ausstattung.
- 18 bis 20 Handlackschichten, helle Grundierung mit rötlichgelben Hauptschichten, Hochglanz
- Boden und Hals aus Ahorn bosnischen Ursprungs, Decke aus Fichte des europäischen Hochlands, mit zertifiziertem Holzursprung.
- Im Lieferumfang: Saiten, Steg, Saitenhalter, Wirbel, Feinstimmer, Götz-Kinnhalter, Hängeetikett, Ursprungszertifikat und Mikrofasersack.
Technische Daten
| Instrument | Violine |
| Linie | CANTONATE |
| Qualitätsstufe | 125F CA |
| Bauvariante | HERITAGE |
| Größe | 4/4 |
| Seriennummer | D66 |
| Decke | Fichte |
| Boden und Hals | Ahorn |
| Garantie | 6 Monate |
| Firmensitz | Wernitzgrün bei Markneukirchen |
| Artikelnummer | CG-125F-CA-4_4 |
Holz dieses Exemplars
- Der einteilige Ahornboden zeigt eine feine, gleichmäßige Flammung über die ganze Breite.
- Der Hals ist geflammt, die Schnecke zeigt kaum Flammung.
- Die Fichtendecke hat feine, gleichmäßige Jahresringe.
- Die Fotos zeigen genau dieses Instrument.
Merkmale
- Linie CANTONATE, Qualitätsstufe 125F CA
- Bauvariante HERITAGE
- Größe 4/4
- Komplette Ausstattung in Buchsbaum
- Wirbel in vollausgearbeiteter Herzform
- Guarneri Kinnhalter mit Titanschrauben
- Gehärteter Götz Steg in deutscher Form
- Buchsbaum Hill-Saitenhalter mit Gold-Feinstimmer
- Traditionelles Design
- Robuste Bauweise
Aus der Praxis
- Die Modellzahl steht für Holzauswahl und Arbeitsaufwand am weißen, noch unlackierten Instrument: Graduierung der Decke, Ausarbeitung innen und außen, Auswahl des Tonholzes. Je höher die Zahl, desto mehr Zeit steckt im Holz und desto runder und differenzierter der Klang. 93 und 98 sind Schülerinstrumente, 108 und 110 Instrumente für fortgeschrittene Schüler und engagierte Amateure, ab 120 Instrumente für Profis; 136 und 140 gehen in Richtung Orchesterinstrument.
- Die Buchstaben bezeichnen die Serie: Lack und Spielfertigmachen, also Wirbel, Endknopf, Stimme, Saiten, Kinnhalter und Einrichtung. Auf dem Foto sieht man keinen Unterschied zwischen einer 110 und einer 115, aber man sieht, ob es eine Metropol oder eine Cantonate ist.
- Wir lackieren ausschließlich mit Spirituslack. Der Spiritus verdampft, Harze und Pigmente bleiben. Grundieren, Beizen, Farblack, Zwischenschliff und Versiegelung ergeben zusammen rund fünfzehn Arbeitsgänge; weil es Naturlacke sind, kann eine Schicht mehr oder weniger nötig sein, bis der Farbton stimmt.
- Diese Serie trägt einen etwas dickeren Lack, abgestimmt auf die fein ausgearbeitete Decke. Nach unserer Erfahrung nimmt er die Schärfe aus den Obertönen und macht den Klang runder.
- Die Cantonate ist heller im Klang und feiner verarbeitet, mit dünner ausgearbeiteter Decke; ein Instrument mit eigenem Charakter, das in Richtung Orchester geht.
- Buchsbaum über die gesamte Garnitur und achtzehn bis zwanzig Handlackschichten sind der Aufwand, für den diese Linie steht.
- SIGNATURE und HERITAGE sind zwei Bauvarianten derselben Linie. HERITAGE ist die traditionelle und robustere Ausführung, SIGNATURE die leichtere und modernisierte.
- Richtwerte für die Saitenlage am Griffbrettende: Violine rund 3,5 mm unter der E-Saite und 5,0 mm unter der G-Saite, Viola 4,5 bis 5,5 und 5,0 bis 6,0 mm, Cello 5,0 bis 6,5 und 5,5 bis 7,5 mm.
- In den ersten Wochen dehnen sich die Saiten und der Steg wandert beim Stimmen Richtung Griffbrett. Beides gehört kontrolliert; eine Nachjustage nach einigen Wochen ist normal.
- Luftfeuchte 40 bis 50 Prozent bei rund 20 °C, bis 60 Prozent unproblematisch. Unter 40 Prozent drohen rutschende Wirbel, offene Leimfugen und Risse.
- Nach jedem Spielen Kolophoniumstaub ohne Druck mit einem Mikrofasertuch abnehmen. Keine Politur, keine Tinktur, kein Alkohol auf den Lack.
- Das Etui nach Kälte oder Hitze erst nach fünfzehn bis dreißig Minuten öffnen. Nie im Auto lassen, nie als Reisegepäck aufgeben.
- Firmensitz ist Wernitzgrün bei Markneukirchen. Das Haus besteht seit 1884 und wird in vierter Generation als Familienbetrieb geführt.
- Sechs Monate Garantie auf defekte Komponenten und Verarbeitungsfehler.
Klang und Physik
Die Luft im Korpus schwingt durch die F-Löcher als Helmholtz-Resonator (A0), an der 4/4-Violine bei rund 270 Hz, oberhalb der leeren G-Saite mit 196 Hz; sie stützt vor allem die Töne der D-Saite. In der Modalanalyse (der Vermessung der Eigenschwingungen) liegen die wichtigsten Korpusresonanzen einer 4/4-Violine typisch bei:
- A0, Helmholtz-Luftresonanz: rund 270 Hz
- CBR, Biegemode des ganzen Korpus: rund 400 Hz
- B1−, erste antisymmetrische Plattenmode: rund 450 Hz
- A1, erste höhere Hohlraummode: rund 470 Hz
- B1+, erste symmetrische Plattenmode: rund 540 Hz
Der Stimmstock unter dem rechten Stegfuß verdoppelt praktisch die Zahl der Moden, die zum abgestrahlten Klang beitragen. Der Bassbalken, an der 4/4-Violine rund 25 cm lang, versteift die Bassseite der Decke und trägt mit der Wölbung den Saitenzug. Mit den Thomastik-Synthetiksätzen, die wir führen, drückt der Steg die Decke mit rund 8,5 bis 9,5 kg.
Eine Violindecke aus Fichte ist an der 4/4-Violine typisch in der Mitte 3,2 bis 3,3 mm stark, in den Flächen der Bügel 2,5 bis 2,7 mm und am Rand 3,0 mm; der Ahornboden erreicht in der Mitte 4,2 bis 4,3 mm. Diese Verteilung der Holzstärken (Graduierung) legt zusammen mit der Wölbung die Eigenfrequenzen von Decke und Boden fest.
Die Fichtendecke bringt bei 12 % Holzfeuchte 380 bis 470 kg/m³ und einen Elastizitätsmodul längs der Faser um 10.000 MPa mit; der Schall läuft darin längs der Faser mit rund 4.800 m/s. Für die Decke gelten 8 bis 15 Jahresringe je Zentimeter als empfohlene Spanne.
Das F in einer Stufenbezeichnung wie 125F steht für den einteiligen, ganzen Boden.
Die Cantonate ist in Buchsbaum ausgestattet, mit Wirbeln in Herzform und einem Kinnhalter mit Schrauben aus Titan. Titan wiegt mit 4.510 kg/m³ gut halb so viel wie Stahl mit 7.800 bis 8.000 kg/m³ und ist ausgezeichnet korrosionsbeständig.
Ihr Lack ist eine von Hand aufgebaute Schichtlackierung mit rötlich-gelber Grundschicht und Hochglanz. Bei Cantonate und Golden State tragen wir den Lack mit dem Tuch statt mit dem Pinsel auf; das kostet mehr Zeit und ergibt einen deutlich schöneren Lack als der Pinselauftrag.
Heritage und Signature sind zwei Ausarbeitungen desselben Modells; aus fünf Metern Abstand sind sie kaum zu unterscheiden. Die Signature ist rund 10 bis 15 % leichter, vor allem an Schnecke und Hals, am inneren Halsklotz und an der Bodenfuge, und nimmt damit Gewicht vom linken Arm. Ihr Griffbrett ist dünner und sanfter gerundet, die Saitenabstände bleiben dieselben; seit 2019 ist sie stabil in Produktion.
Unsere Erfahrung
Wir liefern jede Violine spielfertig und gestimmt aus, weil wir sie nur so vor dem Versand anspielen und prüfen können. Die Saitenlage stellen wir bewusst etwas höher ein, weil sich ein Steg leichter absenken als ersetzen lässt.
Zwischen zwei Stufen liegt vor allem Zeit an der Graduierung: Die höhere Stufe unterscheidet sich von der nächsttieferen durch längere Arbeit an der Ausdünnung der Innenseiten von Decke und Boden und durch ausgesuchteres Holz.
Die Cantonate ist auf Orchesterspieler ausgelegt; nach unserer Erfahrung klingt sie breit und ausgewogen und in den hohen Lagen klanglich ausgereift. Die 125F mit ihrem einteiligen Boden kommt der 136 CA klanglich sehr nahe. Die 140 CA gehört mit ihrer längeren Arbeit an der Graduierung zu den am häufigsten gewählten Modellen der Serie.
Nach unserer Erfahrung spricht die Signature etwas schneller an und klingt etwas heller und leichter als die Heritage, die Heritage dagegen breiter und voller als die Signature. Spielern mit großen Händen und kräftigem Körperbau empfehlen wir häufig die Heritage, kleineren Händen die Signature.
Wann ein anderes Modell besser passt
Wer dieselbe Holzqualität lieber mit Ebenholz-Ausstattung und hellgelbem Hochglanzlack spielt, findet sie in der Golden State.
Häufige Fragen
Mit welchen Saiten wird die Violine ausgeliefert?
Mit Thomastik Dominant, Satz 135: G 133, D 132, A 131 und E 129SN.
Welche Saitenspannung trägt die Violine mit Dominant?
Der Werkssatz Dominant 135 in medium bringt zusammen 21,2 kg auf die Violine; über den Steg drückt er die Decke mit rund 8,5 kg.
Wie trocken ist das Holz, wenn die Violine lackiert wird?
Unter 9 % Holzfeuchte; so trocken ist das Holz unserer Violinen vor dem Lackieren.
Was unterscheidet Cantonate und Golden State?
Nur Ausstattung und Lack: Die Cantonate trägt Buchsbaum und einen rötlich-gelben Lack, die Golden State Ebenholz und einen hellgelben Lack.
In diesen Texten stecken Jahrzehnte an Erfahrung und viel Herzblut. Sie sind urheberrechtlich geschützt, C.A. Götz jr. GmbH. Bitte fragen Sie uns vor jeder Verwendung. Danke für Ihre Wertschätzung.