GOLDEN STATE Violine #107 GS, CG-107GS-4_4
CG-107GS-4_4
Violine der Linie GOLDEN STATE von Conrad Götz, Qualitätsstufe 107 GS, in der Bauvariante HERITAGE, Größe 4/4. GOLDEN STATE ist die Linie des Hauses im Schwarz-Gold-Design.
- 18 bis 20 Handlackschichten, hellgelber Lack in Markneukirchner Tradition
- Boden und Hals aus Ahorn bosnischen Ursprungs, Decke aus Fichte des europäischen Hochlands, mit zertifiziertem Holzursprung.
- Im Lieferumfang: Saiten, Steg, Saitenhalter, Wirbel, Feinstimmer, Götz-Kinnhalter, Hängeetikett, Ursprungszertifikat und Mikrofasersack.
Technische Daten
| Instrument | Violine |
| Linie | GOLDEN STATE |
| Qualitätsstufe | 107 GS |
| Bauvariante | HERITAGE |
| Größe | 4/4 |
| Decke | Fichte |
| Boden und Hals | Ahorn |
| Garantie | 6 Monate |
| Firmensitz | Wernitzgrün bei Markneukirchen |
| Artikelnummer | CG-107GS-4_4 |
Merkmale
- Linie GOLDEN STATE, Qualitätsstufe 107 GS
- Bauvariante HERITAGE
- Größe 4/4
- Guarneri Kinnhalter aus Ebenholz mit Goldschrauben
- Wirbel in Herzform
- Aubert-Steg
- Vergoldeter Götz Präzisions-Feinstimmer
- Traditionelles Design
- Robuste Bauweise
Aus der Praxis
- Die Modellzahl steht für Holzauswahl und Arbeitsaufwand am weißen, noch unlackierten Instrument: Graduierung der Decke, Ausarbeitung innen und außen, Auswahl des Tonholzes. Je höher die Zahl, desto mehr Zeit steckt im Holz und desto runder und differenzierter der Klang. 93 und 98 sind Schülerinstrumente, 108 und 110 Instrumente für fortgeschrittene Schüler und engagierte Amateure, ab 120 Instrumente für Profis; 136 und 140 gehen in Richtung Orchesterinstrument.
- Die Buchstaben bezeichnen die Serie: Lack und Spielfertigmachen, also Wirbel, Endknopf, Stimme, Saiten, Kinnhalter und Einrichtung. Auf dem Foto sieht man keinen Unterschied zwischen einer 110 und einer 115, aber man sieht, ob es eine Metropol oder eine Cantonate ist.
- Wir lackieren ausschließlich mit Spirituslack. Der Spiritus verdampft, Harze und Pigmente bleiben. Grundieren, Beizen, Farblack, Zwischenschliff und Versiegelung ergeben zusammen rund fünfzehn Arbeitsgänge; weil es Naturlacke sind, kann eine Schicht mehr oder weniger nötig sein, bis der Farbton stimmt.
- Die Linie ist am durchgängigen Schwarz-Gold-Auftritt der Garnitur erkennbar.
- SIGNATURE und HERITAGE sind zwei Bauvarianten derselben Linie. HERITAGE ist die traditionelle und robustere Ausführung, SIGNATURE die leichtere und modernisierte.
- Richtwerte für die Saitenlage am Griffbrettende: Violine rund 3,5 mm unter der E-Saite und 5,0 mm unter der G-Saite, Viola 4,5 bis 5,5 und 5,0 bis 6,0 mm, Cello 5,0 bis 6,5 und 5,5 bis 7,5 mm.
- In den ersten Wochen dehnen sich die Saiten und der Steg wandert beim Stimmen Richtung Griffbrett. Beides gehört kontrolliert; eine Nachjustage nach einigen Wochen ist normal.
- Luftfeuchte 40 bis 50 Prozent bei rund 20 °C, bis 60 Prozent unproblematisch. Unter 40 Prozent drohen rutschende Wirbel, offene Leimfugen und Risse.
- Nach jedem Spielen Kolophoniumstaub ohne Druck mit einem Mikrofasertuch abnehmen. Keine Politur, keine Tinktur, kein Alkohol auf den Lack.
- Das Etui nach Kälte oder Hitze erst nach fünfzehn bis dreißig Minuten öffnen. Nie im Auto lassen, nie als Reisegepäck aufgeben.
- Firmensitz ist Wernitzgrün bei Markneukirchen. Das Haus besteht seit 1884 und wird in vierter Generation als Familienbetrieb geführt.
- Sechs Monate Garantie auf defekte Komponenten und Verarbeitungsfehler.
Klang und Physik
Die Luft im Korpus schwingt durch die F-Löcher als Helmholtz-Resonator (A0), an der 4/4-Violine bei rund 270 Hz, oberhalb der leeren G-Saite mit 196 Hz; sie stützt vor allem die Töne der D-Saite. In der Modalanalyse (der Vermessung der Eigenschwingungen) liegen die wichtigsten Korpusresonanzen einer 4/4-Violine typisch bei:
- A0, Helmholtz-Luftresonanz: rund 270 Hz
- CBR, Biegemode des ganzen Korpus: rund 400 Hz
- B1−, erste antisymmetrische Plattenmode: rund 450 Hz
- A1, erste höhere Hohlraummode: rund 470 Hz
- B1+, erste symmetrische Plattenmode: rund 540 Hz
Der Stimmstock unter dem rechten Stegfuß verdoppelt praktisch die Zahl der Moden, die zum abgestrahlten Klang beitragen. Der Bassbalken, an der 4/4-Violine rund 25 cm lang, versteift die Bassseite der Decke und trägt mit der Wölbung den Saitenzug. Mit den Thomastik-Synthetiksätzen, die wir führen, drückt der Steg die Decke mit rund 8,5 bis 9,5 kg.
Eine Violindecke aus Fichte ist an der 4/4-Violine typisch in der Mitte 3,2 bis 3,3 mm stark, in den Flächen der Bügel 2,5 bis 2,7 mm und am Rand 3,0 mm; der Ahornboden erreicht in der Mitte 4,2 bis 4,3 mm. Diese Verteilung der Holzstärken (Graduierung) legt zusammen mit der Wölbung die Eigenfrequenzen von Decke und Boden fest.
Die Fichtendecke bringt bei 12 % Holzfeuchte 380 bis 470 kg/m³ und einen Elastizitätsmodul längs der Faser um 10.000 MPa mit; der Schall läuft darin längs der Faser mit rund 4.800 m/s. Für die Decke gelten 8 bis 15 Jahresringe je Zentimeter als empfohlene Spanne.
Das F in einer Stufenbezeichnung wie 125F steht für den einteiligen, ganzen Boden.
Die Golden State trägt eine Ausstattung aus Ebenholz (Diospyros ebenum, ein sehr hartes Tropenholz), darunter einen Guarneri-Kinnhalter mit Goldschrauben. Mit der Cantonate teilt sie die Holzqualitäten der Stufen 115 bis 140 und ist bis auf Ausstattung und Lack baugleich.
Ihr Lack besteht aus 18 bis 20 extra dünnen, von Hand aufgetragenen Schichten in hellem Gelb, hochtransparent und mit großer Tiefenwirkung. Wie bei der Cantonate wird er mit dem Tuch statt mit dem Pinsel aufgetragen.
Heritage und Signature sind zwei Ausarbeitungen desselben Modells; aus fünf Metern Abstand sind sie kaum zu unterscheiden. Die Signature ist rund 10 bis 15 % leichter, vor allem an Schnecke und Hals, am inneren Halsklotz und an der Bodenfuge, und nimmt damit Gewicht vom linken Arm. Ihr Griffbrett ist dünner und sanfter gerundet, die Saitenabstände bleiben dieselben; seit 2019 ist sie stabil in Produktion.
Unsere Erfahrung
Wir liefern jede Violine spielfertig und gestimmt aus, weil wir sie nur so vor dem Versand anspielen und prüfen können. Die Saitenlage stellen wir bewusst etwas höher ein, weil sich ein Steg leichter absenken als ersetzen lässt.
Zwischen zwei Stufen liegt vor allem Zeit an der Graduierung: Die höhere Stufe unterscheidet sich von der nächsttieferen durch längere Arbeit an der Ausdünnung der Innenseiten von Decke und Boden und durch ausgesuchteres Holz.
Die Golden State gehört zu unseren meistverkauften Serien; nach unserer Erfahrung zeichnet sie eine helle Klangprojektion aus. Neben einer Cantonate derselben Stufe klingt sie nach unserer Erfahrung etwas höher und voller als diese.
Nach unserer Erfahrung spricht die Signature etwas schneller an und klingt etwas heller und leichter als die Heritage, die Heritage dagegen breiter und voller als die Signature. Spielern mit großen Händen und kräftigem Körperbau empfehlen wir häufig die Heritage, kleineren Händen die Signature.
Wann ein anderes Modell besser passt
Wer Buchsbaum und einen rötlich-gelben Lack bevorzugt, findet dieselbe Holzqualität in der Cantonate, unserer auf Orchesterspieler ausgelegten Serie.
Häufige Fragen
Mit welchen Saiten wird die Violine ausgeliefert?
Mit Thomastik Dominant, Satz 135: G 133, D 132, A 131 und E 129SN.
Welche Saitenspannung trägt die Violine mit Dominant?
Der Werkssatz Dominant 135 in medium bringt zusammen 21,2 kg auf die Violine; über den Steg drückt er die Decke mit rund 8,5 kg.
Wie trocken ist das Holz, wenn die Violine lackiert wird?
Unter 9 % Holzfeuchte; so trocken ist das Holz unserer Violinen vor dem Lackieren.
Welche Lackierung trägt die Golden State?
18 bis 20 extra dünne, von Hand aufgetragene Schichten eines hellgelben Lacks.
In diesen Texten stecken Jahrzehnte an Erfahrung und viel Herzblut. Sie sind urheberrechtlich geschützt, C.A. Götz jr. GmbH. Bitte fragen Sie uns vor jeder Verwendung. Danke für Ihre Wertschätzung.