CONRAD GÖTZ Cello

CONRAD GÖTZ Cello #436AP, CG-C436AP

CG-C436AP

Cello der Linie AGAPE von Conrad Götz, Qualitätsstufe 436 AP, in der Bauvariante HERITAGE. AGAPE ist die Linie des Hauses mit Palisander-Ausstattung.

  • Rotbraun schattierter Lack in dünnen Handschichten, Hochglanz
  • Boden und Hals aus Ahorn bosnischen Ursprungs, Decke aus Fichte des europäischen Hochlands, mit zertifiziertem Holzursprung.
  • Im Lieferumfang: Saiten, Steg, Saitenhalter, Wirbel, Feinstimmer, Hängeetikett, Ursprungszertifikat und Mikrofasersack.

Technische Daten

Instrument Cello
Linie AGAPE
Qualitätsstufe 436 AP
Bauvariante HERITAGE
Decke Fichte
Boden und Hals Ahorn
Garantie 6 Monate
Firmensitz Wernitzgrün bei Markneukirchen
Artikelnummer CG-C436AP

Merkmale

  • Linie AGAPE, Qualitätsstufe 436 AP
  • Bauvariante HERITAGE
  • Ausstattung in Palisander statt Ebenholz
  • Aubert-Steg französischer Art
  • Traditionelles Design
  • Robuste Bauweise

Aus der Praxis

  • Die Modellzahl steht für Holzauswahl und Arbeitsaufwand am weißen, noch unlackierten Instrument: Graduierung der Decke, Ausarbeitung innen und außen, Auswahl des Tonholzes. Je höher die Zahl, desto mehr Zeit steckt im Holz und desto runder und differenzierter der Klang. Unser reguläres Celloprogramm beginnt bei der Qualitätsstufe 424.
  • Die Buchstaben bezeichnen die Serie: Lack und Spielfertigmachen, also Wirbel, Endknopf, Stimme, Saiten, Kinnhalter und Einrichtung. Auf dem Foto sieht man keinen Unterschied zwischen einem 424 und einem 428, aber man sieht, ob es ein Agape oder ein Antique ist.
  • Wir lackieren ausschließlich mit Spirituslack. Der Spiritus verdampft, Harze und Pigmente bleiben. Grundieren, Beizen, Farblack, Zwischenschliff und Versiegelung ergeben zusammen rund fünfzehn Arbeitsgänge; weil es Naturlacke sind, kann eine Schicht mehr oder weniger nötig sein, bis der Farbton stimmt.
  • Diese Serie trägt einen dünnen Lack. Nach unserer Erfahrung klingt ein Instrument mit dünnem Lack offener und heller.
  • Die Agape ist unser robustes Instrument, auch für das Spiel im Freien: widerstandsfähiger Lack, kraftvoller Klang.
  • Palisander ist die sichtbarste Abweichung vom Hausstandard Ebenholz und macht die Linie optisch sofort erkennbar.
  • SIGNATURE und HERITAGE sind zwei Bauvarianten derselben Linie. HERITAGE ist die traditionelle und robustere Ausführung, SIGNATURE die leichtere und modernisierte.
  • Richtwerte für die Saitenlage am Griffbrettende: Violine rund 3,5 mm unter der E-Saite und 5,0 mm unter der G-Saite, Viola 4,5 bis 5,5 und 5,0 bis 6,0 mm, Cello 5,0 bis 6,5 und 5,5 bis 7,5 mm.
  • In den ersten Wochen dehnen sich die Saiten und der Steg wandert beim Stimmen Richtung Griffbrett. Beides gehört kontrolliert; eine Nachjustage nach einigen Wochen ist normal.
  • Luftfeuchte 40 bis 50 Prozent bei rund 20 °C, bis 60 Prozent unproblematisch. Unter 40 Prozent drohen rutschende Wirbel, offene Leimfugen und Risse.
  • Nach jedem Spielen Kolophoniumstaub ohne Druck mit einem Mikrofasertuch abnehmen. Keine Politur, keine Tinktur, kein Alkohol auf den Lack.
  • Das Etui nach Kälte oder Hitze erst nach fünfzehn bis dreißig Minuten öffnen. Nie im Auto lassen, nie als Reisegepäck aufgeben.
  • Firmensitz ist Wernitzgrün bei Markneukirchen. Das Haus besteht seit 1884 und wird in vierter Generation als Familienbetrieb geführt.
  • Sechs Monate Garantie auf defekte Komponenten und Verarbeitungsfehler.

Klang und Physik

Die Luft im Cellokorpus schwingt durch die F-Löcher als Helmholtz-Resonator (A0) bei rund 100 Hz, etwa eine Quinte über der leeren C-Saite mit rund 65 Hz. Ein 4/4-Cello misst nach den Maßtabellen des Geigenbaus 750 mm Korpuslänge bei 120 mm Zargenhöhe.

Die Drehmoden des Cellostegs liegen bei rund 1 und 2 kHz; seine Höhe verstärkt die Kopplung an die Decke und damit die Tiefe. Der Stimmstock verdoppelt praktisch die Zahl der klangwirksamen Moden.

An einem vermessenen Cello strahlt der Korpus in drei Bereichen besonders gut ab, um 165 Hz, zwischen 280 und 400 Hz und zwischen 620 und 880 Hz; Teiltöne in diesen Bändern prägen die Klangfarbe ähnlich den Formanten einer Singstimme.

Beim Cello liegt ein Wolfton (ein Ton, der an einer stark gekoppelten Korpusresonanz stottert oder springt) typisch auf der G-Saite zwischen rund 200 und 250 Hz. Er ist ein Zeichen starker Kopplung und tritt gerade bei hochwertigen Instrumenten auf; ein Resonator auf der Saite zwischen Steg und Saitenhalter nimmt ihm die Energie.

Die Decke ist aus Fichte, Boden, Zargen und Hals sind aus Bergahorn. Bei 12 % Holzfeuchte bringt Fichte 380 bis 470 kg/m³ und einen Elastizitätsmodul längs der Faser von 9.700 bis 11.000 MPa mit, Bergahorn 560 bis 650 kg/m³ und 9.900 bis 13.000 MPa. Daraus ergibt sich längs der Faser eine Schallgeschwindigkeit von rund 4.800 m/s für Fichte und rund 4.100 m/s für Ahorn. Die Akustik sieht in der Fichte deshalb den Klangwandler mit hoher Abstrahlung, im dichteren Ahorn den Reflektor und Strukturträger.

Beide Hölzer sind stark richtungsabhängig: Fichte ist längs der Faser rund 13-mal biegesteifer als quer dazu, Ahorn rund 5-mal, deshalb erscheinen die Schwingungsmuster einer Decke entlang der Faser gestreckt. Quer zur Faser schwindet Fichte tangential mit 7,8 bis 8,2 % rund doppelt so stark wie radial mit 3,6 bis 3,9 %.

Wir lackieren mit klassischem Spirituslack, den wir selbst mit Pigmenten einfärben; Öllack verwenden wir nicht. Der Aufbau folgt festen Schritten: zwei Anstriche Grundlack, die den Farblack vom Holz fernhalten, dann Farblack in so vielen Lagen, bis der Ton stimmt, und vier bis sechs Anstriche Überzuglack.

Jede Lage trocknet je nach Lackart und Temperatur einen bis vierzehn Tage, gearbeitet wird bei gleichmäßig rund 20 °C. Nach dem vollständigen Trocknen wird mit Polieröl und Tripel (einem feinen Polierpulver) geschliffen und poliert. Auch unter den Stegfüßen ist das Instrument lackiert; dort wird der Lack für einen satten Sitz des Stegs nachbearbeitet.

Die Garnitur des Agape-Cellos ist wahlweise aus Palisander (Dalbergia latifolia) oder aus Ebenholz. Indischer Palisander bringt bei 12 % Holzfeuchte eine Rohdichte von 820 bis 920 kg/m³ mit.

Ab Werk trägt das Agape-Cello unsere deutsche Standardlackierung; als Alternative ist die aufwendigere Antique-Lackierung möglich. Alle unsere Celli sind aus massivem Holz gebaut, mit Boden, Zargen und Hals aus Ahorn und einer Decke aus Fichte.

Unsere Erfahrung

Unsere Cellodecken sind vor der Auslieferung 15 Jahre und länger abgelagert. Unser Celloprogramm umfasst ausschließlich neue Instrumente in voller Größe 4/4. Die Saitenlage richten wir bewusst etwas höher ein als die empfohlene Endeinstellung von 5 mm an der A-Saite und 6,5 mm an der C-Saite, weil sich ein Steg leichter absenken als ersetzen lässt.

Unser gesamtes Tonholz, auch das unserer Einstiegsinstrumente, ist 15 Jahre und länger geschnitten und eingelagert, bevor wir es verarbeiten. Den Ahorn beziehen wir aus Bosnien, die Fichte im Wesentlichen aus den Alpen in Österreich und Süddeutschland.

Frisch lackierte Instrumente wirken vor dem Polieren matt; erst danach zeigt der Lack seine Tiefe.

Wann ein anderes Modell besser passt

Wer ein Cello mit antikisierter Optik aus mehreren farbigen Lackschichten sucht, findet es in unserem Antique-Cello.

Häufige Fragen

Wo liegt die Luftresonanz eines Cellos?

Bei rund 100 Hz, etwa eine Quinte über der leeren C-Saite.

Ist ein Wolfton ein Mangel?

Ein Wolfton ist ein Zeichen starker Kopplung zwischen Saite und Korpus und tritt gerade bei hochwertigen Instrumenten auf. Ein Wolftöter zwischen Steg und Saitenhalter nimmt ihm die Energie.

Wie lange ist die Decke eines Götz-Cellos abgelagert?

15 Jahre und länger, bevor das Cello ausgeliefert wird.

Warum ist die Decke aus Fichte und der Boden aus Ahorn?

Fichte verbindet geringe Dichte mit hoher Steifigkeit längs der Faser und strahlt Schall wirksam ab. Der dichtere Ahorn wirkt als Reflektor und trägt die Struktur.

Wie lange ist das Holz gelagert?

15 Jahre und länger, bevor wir es verarbeiten.

Welcher Lack wird verwendet?

Klassischer Spirituslack, von uns selbst pigmentiert.


Normaler Preis€4.745,00
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